Was wir machen

Organisationsform

Von der Verkehrsunfallforschung Hannover werden im Rahmen eines Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach, Unfalldaten für die Verkehrssicherheitsforschung erhoben. Durch die Anbindung an die Unfallchirurgische Klinik und Kooperation mit dem Fachgebiet Kraftfahrzeuge der Technischen Universität Berlin ist gewährleistet, dass fortlaufend wissenschaftliche Erkenntnisse in die Arbeit der Unfallforschung einfließen.

Erhebungsgebiet

Das Erhebungsgebiet umfasst die Region Hannover (Stadt und Land Hannover).

Erhebungsgebiet (Region Hannover)

In diesem Erhebungsgebiet leben ca. 1,1 Mio. Menschen. Die Flächenausdehnung beträgt ca. 2.291 km², wovon etwa 10% als städtisches Gebiet ausgewiesen sind. Im Vergleich zur Fläche der Bundesrepublik, bei der ebenfalls 10% als bebaute Gebiete angesehen werden können, ergibt sich damit eine annähernde Vergleichbarkeit.

Erhebungszeitraum

Die Unfalldokumentation erfolgt täglich während zwei 6-stündiger Einsatzschichten, die wöchentlich wechseln:

Woche A: 0 bis 6   Uhr und 12 bis 18 Uhr

Woche B: 6 bis 12 Uhr und 18 bis 24 Uhr

Dadurch ist es möglich, über das ganze Jahr verteilt, gleiche Tageszeitintervalle in die Erhebung einzubeziehen.

Aufnahmeteam

Zur Unfallaufnahme steht ein Aufnahmeteam bereit, das aus 2 Technikern, 1 Mediziner und 1 Koordinator besteht. Der Koordinator hat die Aufgabe, das Team nach dem statistischen Stichprobenplan zu leiten. Dem Team stehen 2 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Die Alarmierung erfolgt durch Polizei und Feuerwehr.

Technische Dokumentation

Wird ein Verkehrsunfall mit Personenschaden gemeldet und gehört dieser zum Auswahlkriterium der Stichprobe, fährt das Aufnahmeteam zur Unfallstelle. Die Einsatzfahrzeuge sind u.a. mit diversen Messutensilien ausgerüstet, mit denen die Unfallstelle vermessen wird. Durch die Dokumentation der Unfallspuren und Fahrzeugbeschädigungen ist eine Rekonstruktion des Unfallgeschehens möglich. Des Weiteren erfolgen umfangreiche Erhebungen u.a. zu

  • Umweltbedingungen
  • baulichen Besonderheiten
  • Straßengestaltung
  • Verkehrsregelung

Die am Unfall beteiligten Fahrzeuge werden genauestens untersucht hinsichtlich

  • Fahrzeugdeformationen
  • Anprallstellen von Insassen bzw. äußeren Verkehrsteilnehmern
  • technischer Kenndaten wie Fahrzeugart und technischer Ausstattung

Die beteiligten Personen werden befragt hinsichtlich

  • Unfallhergang
  • Persönlicher Daten
  • Fahrerlaubnis, Dauer der Fahrzeugnutzung sowie anderer Besonderheiten

Unfallbeteiligte Fahrzeuge, die am Unfallort nicht untersucht werden können, werden zeitnah durch einen Nacharbeiter vermessen.

Medizinische Dokumentation

Mit einem separaten Fahrzeug fährt der im Team integrierte Mediziner zur Unfallstelle. Er beginnt noch am Unfallort mit der Dokumentation der Versorgung der Verletzten und der ärztlichen Maßnahmen. Im Krankenhaus komplettiert er dann die Informationen über die weitere Versorgung des Patienten. Art, Schwere und Lokalisation der Verletzungen werden dokumentiert, da nur so die erlittenen Verletzungen den technischen Ursachen gegenübergestellt und Maßnahmen der Verletzungsprophylaxe erarbeitet werden können. Selbstverständlich sind unsere Mitarbeiter in der Erstversorgung von Unfallpatienten ausgebildet, so dass sie bei Bedarf Hilfeleistung geben und vor Ort tätige Rettungskräfte unterstützen können.

Datenbank

Die erhobenen Daten werden in anonymisierter Form der GIDAS (German In-Depth Accident Study) Datenbank zugeführt, die dann Grundlage aller weiteren Studien ist. Je nach Unfalltyp sind darin etwa 500 bis 3000 einzelne Informationen je Unfall erfasst. In jedem Jahr werden so in der Region Hannover etwa 1.000 Unfälle mit Personenschaden aufgenommen.

Datenschutz

Vorrangig bei unserer Arbeit ist die Datenqualität und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte (Datenschutz und ärztliche Schweigepflicht).